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18.03.2014

Altersarmut und Wohnen – Senioren – Verlierer auf dem Wohnungsmarkt

„Ältere Bürgerinnen und Bürger Hamburgs treffen Wohnungsnot und Mangel an altengerechten Wohnungen in zunehmendem Maße besonders stark; die hohen Mieten sind von der oft kargen Rente nur schwer zu bezahlen“, stellen die Vorsitzenden des MIETERVEREIN ZU HAMBURG, Eckard Pahlke, und des SOZIALVERBAND DEUTSCHLAND, LV HAMBURG (SoVD Hamburg), Klaus Wicher, übereinstimmend fest.

„Ältere Bürgerinnen und Bürger Hamburgs treffen Wohnungsnot und Mangel an altengerechten Wohnungen in zunehmendem Maße besonders stark; die hohen Mieten sind von der oft kargen Rente nur schwer zu bezahlen“, stellen die Vorsitzenden des MIETERVEREIN ZU HAMBURG, Eckard Pahlke, und des SOZIALVERBAND DEUTSCHLAND, LV HAMBURG (SoVD Hamburg), Klaus Wicher, übereinstimmend fest. Grund dafür sei die unzureichende Berücksichtigung des Älterwerdens unserer Gesellschaft durch die Politik, in Hamburg durch alle bisherigen Senate. Eckard Pahlke: „Die guten Ansätze in der Hamburgischen Wohnungs- und Mietenpolitik täuschen nicht darüber hinweg, dass für ältere Bürgerinnen und Bürger zu wenig getan wird“. Es genüge nicht, z.B. in der Drucksache 20/11107 zur Pressemeldung vom 11. März 14 der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz auf den Anstieg der Älteren zwischen 2009 und 2025 von 24,3 auf 27 Prozent – das Anwachsen auf eine halbe Millionen in der Hansestadt – hinzuweisen. Auch reiche nicht, sicher zu stellen, „dass Seniorinnen und Senioren … angehört und ihre Belange Berücksichtigung finden“. Taten hätten längst folgen müssen. So sind viele Ältere zu Verlierern auf dem Wohnungsmarkt geworden.

Eckard Pahlke dokumentiert Fälle von teils übel betroffenen Mieterinnen und Mietern: Zum Beispiel schildern die ältere Mitglieder des Mietervereins Ritta und Bernhard B., die wegen ihrer Erkrankungen auf der Suche nach einer altengerechten Wohnung sind, die Vermieterreaktionen – „Sie sind zu alt, Sie könnten bald sterben“; „Können Sie Ihre Wohnung noch sauber halten“; „Weshalb ziehen Sie nicht ins Altenheim?“. Die 73-jährige Margurita Voth würde gerne in der Danziger Straße in St. Georg weiter leben, wird aber durch einen rabiaten Investor drangsaliert. Neben anderen Schikanen droht er: „Ich drehe Ihnen das Gas ab“. Grund: Die Mieterin hatte nach einer Modernisierungsankündigung auf die selbst eingebauten Gasöfen verwiesen. Mieterhöhung und Baulärm üben Druck auf die gepflegte ältere Dame aus, die um ihr seit fast einem halben Jahrhundert bewohntes Zuhause bangen muss. Das ältere Ehepaar Birge und Hans-Jürgen Odrowski wurde durch üble Schikanen – u.a. unerträglichen Baulärm auch an Wochenenden oft bis 23 Uhr- aus ihrer Wohnung in Marienthal gemobbt. Erst nach langer Suche fanden sie eine für den Lebensabend geeignete Wohnung in Sülldorf. Sie lehnen wie die meisten älteren Menschen Altenheime ab, „ohne die Hilfe des Mietervereins hätten wir alles kaum durchgestanden“.

Klaus Wicher vom Sozialverband: „Die dramatische demografische Entwicklung steht fest. Zurzeit leben etwa 335.000 über 65-jährige Bürgerinnen und Bürger in Hamburg, 13,5 Prozent von ihnen sind von Altersarmut betroffen.

Es fehlen derzeit 50.000 altersgerechte Wohnungen“. Durch ein sinkendes Rentenniveau sei es zu einer Altersarmut gekommen. Mehr als 20.000 Menschen seien auf Grundsicherung im Alter angewiesen. Zunehmende Pflegebedürftigkeit verschärfe das Problem. „Prognosen gehen von rund 63.000 Pflegebedürftigen im Jahr 2035 aus. In Hamburg gibt es aber nur 11.127 öffentlich geförderte Seniorenwohnungen. Wer älteren Menschen ein Leben in den eigenen vier Wänden ermöglichen will, muss deutlich mehr seniorengerechte Wohnungen bereit stellen; denn Ältere lehnen in der Regel Altenheime ab, sie wollen ihren Lebensabend in ihrem Zuhause, in dem gewohnten und liebgewordenen Umfeld, verbringen“.

Mieterverein und Sozialverband fordern deshalb die Umsetzung dringender Maßnahmen durch den Hamburger Senat:

  • Mindestens 50.000 altengerechte Wohnungen müssen bis 2025 in Hamburg entstehen.
  • Jede Neubauwohnung ist altengerecht zu erstellen (§ 52 HambBauordnung ist entsprechend anzupassen).
  • Im Wohnungsbestand muss die Stadt altersgerechten Umbau stärker fördern.
  • Die Deckelung der Neuvertragsmieten auf 10 Prozent über der Vergleichsmiete – noch im Gesetzgebungsverfahren – ist in Hamburg nach Inkrafttreten unverzüglich umzusetzen (um für Ältere den Umzug in altengerechtes Wohnen zu ermöglichen, was bei den bisherigen Mietsprüngen von oft über 30 Prozent kaum möglich ist).
  • Ganz wichtig: Auch das Wohnumfeld – Läden, bes. Apotheken, Arztpraxen, Bahnhöfe sowie Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel – ist altengerecht zu gestalten.
  • Schließlich ist das sinkende Rentenniveau zu stoppen, Maßnahmen gegen Altersarmut sind zu ergreifen, z.B. durch Anhebung des Wohngeldes.

Dr. Eckard Pahlke
Vors. MIETERVEREIN ZU HAMBURG von 1890 r.V. Vizepräs. DEUTSCHER MIETERBUND
040 / 8 79 79-300
www.mieterverein-hamburg.de

Klaus Wicher
Landesvorsitzender Sozialverband Deutschland
040 / 611 607 – 0
www.sovd-hh.de

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